Was ist eine Wärmepumpe – und wie funktioniert sie?

Eine Wärmepumpe ist eine Heizanlage, die Umweltenergie aus Luft, Erde oder Grundwasser in nutzbare Heizwärme umwandelt. Die Funktionsweise einer Wärmepumpe basiert auf dem Kältemaschinen-Prinzip: Ein Kältemittel nimmt Wärme aus der Umgebung auf, wird durch einen Kompressor verdichtet, erhöht dabei seine Temperatur und gibt die Wärme über einen Wärmetauscher an das Heizsystem ab. Dadurch kann eine Wärmepumpenheizung mit 1 kWh Strom bis zu 5 kWh Heizenergie erzeugen – das macht sie deutlich effizienter als jede Gas- oder Ölheizung.

Wärmepumpen-Typen im Überblick

Je nach Wärmequelle unterscheidet man drei Haupttypen:

Luft-Wasser-Wärmepumpe

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist die meistverkaufte Variante in Deutschland. Sie nutzt die Außenluft als Wärmequelle und ist vergleichsweise günstig in der Installation, da keine Bohrungen oder Erdarbeiten nötig sind. Besonders als Monoblock-Wärmepumpe – bei der alle Komponenten in einem Außengerät untergebracht sind – ist sie platzsparend und unkompliziert einzubauen. Ideal für Neubauten, aber auch für viele Altbausanierungen geeignet.

Erdwärmepumpe (Sole-Wasser-Wärmepumpe)

Die Erdwärmepumpe greift auf die konstante Wärme im Erdreich zurück – entweder per Erdkollektor (Flächenkollektor) oder per Tiefenbohrung. Die Erdwärmepumpe Kosten liegen durch die erforderlichen Erdarbeiten höher (oft 15.000–25.000 € inkl. Einbau), sie bietet aber die höchste Effizienz und eignet sich hervorragend für den Altbau. Staatliche Förderung für Erdwärmepumpen über BAFA und KfW reduziert die Investition deutlich.

Wasser-Wasser-Wärmepumpe

Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe nutzt Grundwasser als Wärmequelle und erreicht die höchsten Wirkungsgrade aller Wärmepumpentypen. Voraussetzung ist ein geeignetes Grundwasservorkommen und eine behördliche Genehmigung für Entnahme- und Schluckbrunnen. Sie eignet sich besonders für Standorte mit geeignetem Grundwasser und hohem Wärmebedarf.

Luft-Luft-Wärmepumpe

Die Luft-Luft-Wärmepumpe funktioniert ähnlich wie eine Klimaanlage: Sie entzieht der Außenluft Wärme und gibt diese direkt als warme Luft in den Raum ab. Da sie kein Heizsystem, zum Beispiel Fußbodenheizung oder Heizkörper, benötigt, ist sie günstig in der Anschaffung, erzeugt aber kein Warmwasser für Heizkreis oder Trinkwasser.

Wichtiger Hinweis: Kältemittel R32

Sofern das jeweilige Wärmepumpen-Modell mit dem Kältemittel R32 befüllt ist, gilt: Die Montage und Inbetriebnahme dürfen ausschließlich durch eine zertifizierte Fachfirma erfolgen. Bei Verkauf an Endkunden ist ein entsprechender Nachweis des ausführenden Installationsbetriebs erforderlich.

Wärmepumpe Kosten – Was kostet eine Wärmepumpe?

Die Kosten einer Wärmepumpe variieren je nach Typ, Leistung und Installationsaufwand. Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über typische Wärmepumpen-Preise für ein Einfamilienhaus mit ca. 150 m²:

Wärmepumpen-Typ Anschaffungskosten (Gerät) Gesamtkosten mit Einbau
Luft-Wasser-Wärmepumpe 5.000 – 14.000 € 10.000 – 20.000 €
Erdwärmepumpe (Sole-Wasser) 8.000 – 16.000 € 15.000 – 30.000 €
Wasser-Wasser-Wärmepumpe 8.000 – 15.000 € 12.000 – 25.000 €
Luft-Luft-Wärmepumpe 3.000 – 8.000 € 5.000 – 12.000 €

Hinweis: Nach Abzug der BAFA-Förderung, bis zu 70 % beim Heizungstausch, können die tatsächlichen Kosten deutlich niedriger ausfallen. Lassen Sie sich von einem Fachbetrieb beraten.

Wärmepumpe Förderung – BAFA, KfW & mehr

Der Einbau einer Wärmepumpe wird staatlich gefördert – und das attraktiv: Die BAFA-Förderung für Wärmepumpen (Bundesförderung für effiziente Gebäude, kurz BEG) gewährt einen Grundbonus von 30 % auf die förderfähigen Investitionskosten. Wer eine alte Gas- oder Ölheizung ersetzt, erhält zusätzlich einen Klima-Geschwindigkeits-Bonus. In Kombination mit dem Einkommensbonus für Geringverdiener sind bis zu 70 % Förderung möglich.

  • BAFA-Grundförderung: 30 % der förderfähigen Kosten, max. 30.000 € Kostenbasis pro Wohneinheit
  • Klima-Geschwindigkeitsbonus: +20 % beim Austausch einer fossil betriebenen Heizung
  • Einkommensbonus: +30 % für Haushalte mit zu versteuerndem Jahreseinkommen unter 40.000 €
  • KfW-Förderung Wärmepumpe: Zinsgünstige Kredite über das KfW-Programm 261 ergänzen die BAFA-Zuschüsse
  • Erdwärmepumpe Förderung: Gilt ebenfalls für alle Wärmepumpentypen – inklusive Bohrkosten bei Erdwärme

Tipp: Der Förderantrag muss vor Vertragsabschluss mit dem Installationsbetrieb gestellt werden. Weitere Details finden Sie direkt auf den Seiten von BAFA und KfW.

Wärmepumpe Stromverbrauch – wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe?

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe hängt vom Gebäudezustand, der Wärmepumpenart und der Außentemperatur ab. Als Faustregel gilt: Eine Wärmepumpe verbraucht pro Jahr etwa 3.000–6.000 kWh Strom für ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit 150 m². Die sogenannte Jahresarbeitszahl, JAZ, gibt an, wie effizient die Anlage arbeitet:

  • JAZ 3,0–3,5: typisch für Luft-Wasser-Wärmepumpen in schlecht gedämmten Gebäuden
  • JAZ 4,0–5,0: erreichbar bei gut gedämmten Neubauten oder Erdwärmepumpen
  • Wieviel Strom verbraucht eine Wärmepumpe konkret? Bei einem JAZ von 4 und einem Wärmebedarf von 12.000 kWh pro Jahr: ca. 3.000 kWh Strom

Um den Stromverbrauch zu senken, empfiehlt sich die Kombination mit einer Photovoltaikanlage und einem Pufferspeicher, der überschüssigen Solarstrom für die Wärmepumpe nutzt.

Wärmepumpe im Altbau – geht das?

Ja – eine Wärmepumpe im Altbau ist möglich, erfordert aber eine sorgfältige Planung. Entscheidend ist die Vorlauftemperatur: Klassische Heizkörper benötigen oft 55–70 °C, während Wärmepumpen am effizientesten bei 35–45 °C arbeiten. Lösungen für den Altbau:

  • Hochtemperatur-Wärmepumpe: Liefert Vorlauftemperaturen bis 75 °C und ersetzt problemlos alte Gasheizungen – auch ohne Heizkörpertausch
  • Hydraulischer Abgleich: Optimiert die Wärmeverteilung im Bestandsgebäude und senkt die benötigte Vorlauftemperatur
  • Teilmodernisierung: Fußbodenheizung zumindest in Haupträumen nachrüsten, um die Effizienz zu steigern
  • Kombination mit Pufferspeicher: Gleicht Lastspitzen aus und verbessert die JAZ im Betrieb

Wärmepumpe & Warmwasser – Warmwasserbereitung

Viele Wärmepumpen für Heizung und Warmwasser sind als Kombigeräte ausgelegt: Sie erzeugen gleichzeitig Raumwärme und Trinkwarmwasser. Eine separate Warmwasser-Wärmepumpe, auch Brauchwasser-Wärmepumpe genannt, eignet sich ideal für Gebäude, die bereits über eine andere Heizung verfügen und nur die Warmwasserbereitung effizienter gestalten möchten. In Kombination mit einem Pufferspeicher wird die Energie optimal gepuffert und der Stromverbrauch minimiert.

Unsere Marken für Wärmepumpen im Überblick

Wolf Wärmepumpe

Wolf Wärmepumpen stehen für leistungsstarke Technik, hohe Effizienz und einfache Bedienung. Die Luft-Wasser- und Sole-Wasser-Modelle von Wolf eignen sich gleichermaßen für Neubauten und die energetische Sanierung im Altbau.

Bosch Wärmepumpe

Bosch Wärmepumpen überzeugen mit innovativer Technologie und niedrigem Stromverbrauch. Die Compress-Baureihe von Bosch ist besonders für den Einsatz als Luft-Wasser-Wärmepumpe und Hochtemperatur-Wärmepumpe im Bestand bekannt.

Vaillant Wärmepumpe

Vaillant Wärmepumpen punkten mit leisem Betrieb, hoher Jahresarbeitszahl und intuitiver Steuerung. Besonders die aroTHERM-Serie ist eine beliebte Wahl für Einfamilienhäuser – auch im Altbau mit Heizkörpern.

Daikin Wärmepumpe

Daikin Wärmepumpen sind leistungsstark, flexibel einsetzbar und energieeffizient. Die Altherma-Reihe ist als Luft-Wasser-Wärmepumpe besonders für Neubauten und energetische Sanierungen beliebt und eignet sich gut für die Kombination mit Photovoltaik.

Kermi Wärmepumpe

Kermi Wärmepumpen sind platzsparend, kompakt und gut in Wohngebäude integrierbar. Als Monoblock-Wärmepumpe bieten sie eine einfache Installation ohne Kältemittelleitungen im Gebäude – ideal für kleinere Häuser und Wohnungen.

Tipps für den Kauf einer Wärmepumpe

  • Jahresarbeitszahl (JAZ) beachten: Je höher der JAZ-Wert, desto geringer der Stromverbrauch – mindestens JAZ 3,5 anstreben.
  • Förderung vorab beantragen: BAFA-Antrag muss vor Auftragserteilung gestellt werden – lassen Sie das nicht außer Acht.
  • Wärmepumpentyp nach Gebäude wählen: Altbau mit Heizkörpern → Hochtemperatur-Wärmepumpe; Neubau mit Fußbodenheizung → Standard-Luft-Wasser-Wärmepumpe.
  • Pufferspeicher einplanen: Ein Pufferspeicher für die Wärmepumpe optimiert den Betrieb und senkt Stromkosten.
  • Markenauswahl: Renommierte Hersteller wie Wolf, Bosch, Vaillant, Daikin und Kermi bieten bessere Ersatzteilversorgung und Service.
  • Fachbetrieb mit R32-Zertifizierung: Für Modelle mit Kältemittel R32 ist ein zertifizierter Installateur gesetzlich vorgeschrieben.

Häufig gestellte Fragen zu Wärmepumpen (FAQ)

Was kostet eine Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus? +

Die Kosten einer Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus liegen je nach Typ zwischen 10.000 und 30.000 Euro inklusive Einbau. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Einbau kostet typischerweise 10.000–20.000 €, eine Erdwärmepumpe mit Bohrung 15.000–30.000 €. Nach BAFA-Förderung, bis zu 70 % beim Heizungstausch, können sich die tatsächlichen Kosten erheblich reduzieren.

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? +

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt, also Luft, Erde oder Wasser, Wärmeenergie und hebt diese durch einen Verdichter, auch Kompressor genannt, auf ein nutzbares Temperaturniveau. Das funktioniert wie ein Kühlschrank in umgekehrter Richtung: Statt Wärme abzuführen, wird sie ins Heizsystem eingespeist. Für jede verbrauchte kWh Strom liefert eine Wärmepumpe 3–5 kWh Heizwärme.

Wie hoch ist die Förderung für eine Wärmepumpe? +

Die BAFA-Förderung für eine Wärmepumpe beträgt mindestens 30 % der förderfähigen Kosten. Beim Austausch einer alten Fossil-Heizung kommen weitere 20 % Klima-Geschwindigkeitsbonus hinzu, plus bis zu 30 % Einkommensbonus – insgesamt bis zu 70 %. Ergänzend können zinsgünstige KfW-Kredite beantragt werden. Der Antrag muss vor Vertragsabschluss mit dem Installationsbetrieb gestellt werden.

Wie viel Strom verbraucht eine Wärmepumpe? +

Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe beträgt für ein Einfamilienhaus mit 150 m² je nach Gebäudedämmung und Anlagentyp rund 3.000–6.000 kWh pro Jahr. Zur Einordnung: Eine Wärmepumpe mit JAZ 4,0 und einem Wärmebedarf von 12.000 kWh verbraucht ca. 3.000 kWh Strom – das entspricht bei 30 Ct/kWh rund 900 € Stromkosten für die Heizung pro Jahr.

Eignet sich eine Wärmepumpe für den Altbau? +

Ja, eine Wärmepumpe im Altbau ist möglich. Für Gebäude mit alten Heizkörpern empfiehlt sich eine Hochtemperatur-Wärmepumpe, die Vorlauftemperaturen bis 75 °C erreicht. Ein hydraulischer Abgleich und eine gute Dämmung der Hülle verbessern die Effizienz erheblich. Alternativ können einzelne Räume mit Fußbodenheizung ausgestattet werden, um die Vorlauftemperatur zu senken.

Was ist der Unterschied zwischen Luft-Wasser und Erdwärmepumpe? +

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe nutzt Außenluft als Wärmequelle – günstiger in der Installation, aber etwas weniger effizient bei sehr kalten Temperaturen. Die Erdwärmepumpe nutzt die konstante Wärme im Erdreich über Flächenkollektoren oder Tiefenbohrung – höhere Installationskosten durch die Bohrung, aber höhere Effizienz und gleichmäßigere Leistung das ganze Jahr über.

Welche Wärmepumpe ist für mein Haus geeignet? +

Die richtige Wärmepumpe hängt von Gebäudetyp, Heizlast, Dämmzustand und verfügbarem Platz ab. Für Neubauten mit Fußbodenheizung eignet sich eine Standard-Luft-Wasser-Wärmepumpe von Wolf, Vaillant oder Daikin ideal. Im Altbau mit Heizkörpern ist eine Hochtemperatur-Wärmepumpe oder eine Erdwärmepumpe sinnvoll. Ein Fachbetrieb ermittelt die optimale Heizlast und empfiehlt die passende Anlage.

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